Veröffentlicht von | Kategorie: Winter in Saalbach.

Glühwein

Winterliche Kult-Getränke

Was gibt es nach einem knackig kalten Skitag Schöneres, als in einer urigen Almhütte den Tag bei einem Becher Glühwein ausklingen zu lassen. Aber nicht jeder Glühwein hält, was er verspricht. Denn wie überall ist es auch bei den Heißgetränken wichtig, auf die Qualität der Zutaten zu achten. Der Wein muss sicher kein Spitzengewächs sein, aber man sollte den Glühwein auch nicht mit billigen Weinen zubereiten, denn der Mangel an Qualität muss mit viel zu viel Zucker überdeckt werden, sodass das vollmundige Aroma verloren geht. Als Gewürze gehören in einen Glühwein Zimtstangen und Gewürznelken. Je nach Geschmack kann man auch Zitronen- und Orangenschalen dazugeben. Diese Gewürze lässt man unvermahlen eine halbe Stunde mitziehen und seiht sie dann ab. Wie bei allen Heißgetränken ist auch beim Glühwein darauf zu achten, dass dieser sehr wohl heiß sein sollte, jedoch niemals kochen darf. Alkohol beginnt bereits ab 70 Grad zu verdampfen, und auch Früchte und Gewürze verändern bei zu großer Hitze ihre Aromen, sodass sie den Geschmack trüben können.

Aber es muss nicht immer Glühwein zum Aufwärmen sein. In der Schweiz gibt es zum Après-Ski oft Schümli Pflümli. Das ist Kaffee mit Zwetschkenschnaps und Schlagobers. Schneewittchen heißt eine Mischung aus Eierlikör und heißer Milch, die man in den italienischen Alpen erhält. Für Skandinavier gehört Glögg zur kalten, dunklen Jahreszeit. Zu Rotwein und Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken kommt noch Korn oder Wodka. Dazu werden Rosinen und geschälte Mandeln serviert, die man in den warmen Glögg geben und genüsslich auslöffeln kann. Warmes Bier (grzane piwo) mit Honig ist ein Favorit an kalten Tagen in Polen. Außerdem soll dieser Trunk auch gegen Erkältung helfen. Weihnachten und Neujahr ohne Eggnog ist in den USA und Kanada undenkbar. Dieses Getränk auf der Basis von Milch oder Sahne, Zucker und Eiern mit Rum, Brandy oder Whisky kann warm oder kalt genossen werden. Rum ist auch für den Grog unerlässlich. Britische Seeleute haben dieses Getränk, dessen Zutaten Wasser, Rum und Zucker sind, erfunden. Und wer zu viel davon verzehrt, der fühlt sich schnell “groggy”. An kalten Tagen wärmt man sich in Russland mit einem Zwetschkenpunsch. Dieser besteht aus Wasser, russischem Tee, Rotwein, Orangensaft, Zucker, Zitronen, Rum, Zimt, Gewürznelken und Pflaumen.

Nicht zuletzt aufgrund seiner einfachen Zubereitung erfreute sich der „Heiße Hugo” besonders großer Beliebtheit. 20 cl Weißwein werden hierbei mit jeweils 5 cl Holunderblüten- und Limettenfruchtsirup erhitzt, in einem Glas serviert und mit Minze und Limetten garniert.

 

Ob Sie es glauben oder nicht. Der Glühwein hat seine Wurzeln im römischen Reich. Unter dem Namen Conditum Paradoxum wurde eine Mischung aus Honig, Wein und Gewürzen gebraut, die man heiß trank. Von der Rezeptur näher am heutigen Glühwein ist der mittelalterliche Hypocras. Ihm wurde sogar heilende Wirkung zugeschrieben. Deshalb tranken ihn nur die Reichsten (denn nur sie konnten sich die teuren Gewürze leisten) schon zum Frühstück.

 

  • Glemmtal bei Nacht
  • Après-Ski
  • Glühwein

Kommentare sind geschloßen.