Veröffentlicht von | Kategorie: Winter in Saalbach.

Granggn

Preiselbeeren oder Granggn, wie man im Pinzgau dazu sagt,

gehören, so wie auch die Heidelbeeren, zur Familie der Heidekrautgewächse. Die wild wachsende Preiselbeere ist ein Zwergstrauch, der bis zu 40 Zentimeter hoch werden kann und im lichten Hochwald und an fast allen sonnigen Berghängen der Pinzgauer Grasbergen zu finden ist. Preiselbeeren haben immergrüne dickliche Blätter. Die glockenförmigen, weißlich bis rosafarbene Blüten erscheinen von Mai bis Juni. Da die Preiselbeere unempfindlich gegen Frost ist (sie verträgt bis zu -22°), findet man sie in den Alpen bis zu einer Höhe von 3000 m. Ab September sind Preiselbeeren begehrte “Sammelobjekte”: je später und je höher oben – desto g‘schmackiger sind sie. Laut Überlieferung sollten sie erst nach der Hirschbrunft und nach zweimaligem Reif geerntet werden. Preiselbeeren sind am besten gekocht zu genießen und harmonieren als würzig-süße Beigabe besonders gut mit Wild, gebackenem Camembert oder einem Wiener Schnitzel. Roh schmecken Preiselbeeren herb-saurer bis leicht bitterer, doch genau diese herben Eigenschaften sind es, die die roten Beeren und auch die Blätter des kleinen Strauches zu einer wertvollen Heilpflanze machen. Sie hilft vor allem gegen Blasenentzündungen und andere Erkrankungen des Harnapparates. Besonders die Blätter enthalten Arbutin, das – vom Körper zu Hydrochinon umgewandelt – antibakteriell wirkt. Zudem liefert die Preiselbeere Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C sowie Carotinoide und enthält die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Eisen. Für einen Preiselbeerblätter-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrocknete Preiselbeerblätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen. Gekühlter Preiselbeersaft eignet sich gut bei fiebrigen Erkrankungen. Außerdem wirkt der Saft nervenberuhigend, weshalb er sich auch für wetterfühlige Menschen empfiehlt. Zum Abschluss habe ich noch ein bei Kristiana-Gästen sehr beliebtes Preiselbeer-Rezept für euch:

Granggnschleck 

Zutaten für 4 Portionen

4          Stk.     Apfel, säuerlich
3          EL       Zitronensaft
4          EL       Rum
50        g         Staubzucker
2          EL       Butter
250      ml       Schlagobers
2          EL       Staubzucker
500      g         Preiselbeerkompott  
                      Zimt (gemahlen)

1) Äpfel schälen, Kerngehäuse ausstechen. Äpfel in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden, mit Zitronensaft, Rum und Zucker vermischen. Apfelscheiben ca. 15 Minuten ziehen lassen.
2) Obers mit Zucker dickcremig aufschlagen, Kompott behutsam unterheben.
3) Ca. 1 EL Butter aufschäumen, die Hälfte der Apfelscheiben einlegen und beidseitig bissfest braten. Scheiben aus der Pfanne nehmen, auf einen Teller geben und mit der entstandenen Flüssigkeit übergießen. Übrige Butter und Apfelscheiben ebenso braten.
4) Granggnschleck auf den Apfelscheiben verteilen und mit Zimt bestreut servieren.

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