Veröffentlicht von | Kategorie: Winter in Saalbach.

Für viele sind sie Unkräuter und wachsen unaufgefordert an Wegesrändern, auf Wiesen und in ungepflegten Gärten. Bei genauer Betrachtung sind es jedoch wertvolle Küchenkräuter und Heilpflanzen, die viel zu unserer Gesundheit beitragen können.  Hier eine kleine Auswahl an Blumen und Kräutern, die man bei einer Wanderung auf den Pinzgauer Grasbergen finden kann.

Quendel

Der Quendel ist der wilde Bruder des Thymians. Quendel ist in Aroma und Geschmack dem echten Thymian – mit dem er nah verwandt ist – sehr ähnlich und kann wie dieser in der Küche verwendet werden. Oft ist das Quendelaroma etwas blumiger, als das des echten Thymians und so passt er auch in Salatdressings und Dips sehr gut. Genauso wie echter Thymian hat Quendel eine krampflösende und bakterienhemmende Wirkung. Als Heilpflanzen kann man den Quendel und den Thymian sehr ähnlich einsetzen. Sie helfen gegen Husten, stärken die Verdauung und lindern Frauenbeschwerden. Da der Gehalt an ätherischen Ölen des Quendels aber wesentlich geringer und die Zusammensetzung abweichend ist, ist seine Wirkung etwas schwächer. 

Arnika

Arnika ist eine aromatisch duftende Heilpflanze, die anfangs Juli unsere Bergwiesen leuchten gelb überziehen Ihre Wirkung ist antibakteriell und entzündungshemmend und so wird sie hauptsächlich äußerlich als Tinktur eingesetzt wird. Aber Achtung! Arnika ist so scharf, dass sie in vielen Fällen am besten verdünnt angewendet wird. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf diese Heilpflanzen. Für die, die sie vertragen, ist Arnika jedoch ein stark wirkendes Mittel bei Verletzungen aller Art. Der Arnika wird überdies eine gewitterabwehrende Wirkung zugesprochen. Früher schützte man Haus und Stall gegen Blitzschlag und Hagel durch Arnikabüschel, die man unters Dach legte. Doch Achtung: Arnika seht überall unter Naturschutz!

 

 

Johanniskraut

Das Johanniskraut ist die typische Mittsommerpflanze, die ihren Name vom Johannistag, dem 24. Juni, ableitet, denn in den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten. Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet, und auch Paracelsus wusste um seine Wirkung Bescheid. Heutzutage wird seine Heilwirkung sogar von der Schulmedizin bestätigt. Aber nur das echte Johanniskraut ist heilkräftig und dieses erkennt man an den durchlöcherten Blättern. Diese Löcher sieht man, wenn man ein Blatt gegen das Licht hält. Der Stängel ist hart und zweikantig und die Blütenblätter färben rot, wenn man sie zerreibt. Deshalb werden diese Heilpflanzen oft auch als Herrgottsblut bezeichnet. Das Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend (bringt Sonnenstrahlen in depressive Gemüter), und aus diesem Grund wird es selbst in der Schulmedizin bei leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen und nervöser Unruhe eingesetzt. Bekannter noch ist Johanniskrautöl, welches Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen und andere Verletzungsfolgen lindert, und daher sollte Johanniskrautöl in keiner Hausapotheke fehlen! Aber Achtung! Da Johanniskraut sehr lichtempfindlich macht, sollte man es nicht vor Sonneneinwirkung einnehmen oder einreiben und man sollte es nicht auf frische Verbrennungen auftragen!

Schafgarbe

Die Schafgarbe gehört zu den klassischen Heilpflanzen, die auf Wiesen und an Wegrändern wächst und über hundert verschiedene, höchst interessante Substanzen aus verschiedenen chemischen Gruppen enthält. Was diese Stoffe können? Besser man fragt, was können sie nicht! Als Tee oder Frischsaft getrunken wirkt die Schafgarbe bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit und Blähungen, Völlegefühl, Magen-Darm-Verstimmungen und zur Anregung der Gallensaftproduktion. Weiters wirken die ätherischen Öl gegen Bakterien und Pilze, ein alkoholischer Auszug abschreckend auf Mücken. Hinzu kommt eine positive Wirkung auf viele der sogenannten Frauenkrankheiten und Wechseljahresbeschwerden. Äußerlich kann sie ähnlich wie die Kamille verwendet werden. In der Volksmedizin wurde Schafgarbe jahrhundertelang als Wundkraut verwendet, besonders bei Verletzungen mit Geräten oder Waffen aus Metall.

 

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich wird besonders bei Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis, Asthma, Keuchhusten, Katarrhen der oberen Luftwege, Erkältung, Halsentzündung) und bei Entzündungen von Magen, Augen und Darm eingesetzt. Die Inhaltsstoffe dieser Heilpflanzen wirken beruhigend, entzündungshemmend, desinfizierend, harntreibend und schleimlösend auf den Organismus. Zudem wird die Verdauung angeregt, der Stoffwechsel kommt in Schwung (sehr hilfreich beim Abnehmen) und die eigene Abwehr wird gestärkt. Außerdem gehört der Spitzwegerich zu den wenigen Pflanzen, die die Produktion von Interferon beim Menschen anregen. Dies erhöht die Abwehrkräfte gegen Viren in den Luftwegen. Die enthaltenen Glykoside lindern bei Hustenanfällen die Beschwerden und helfen sogar bei einer Lungenentzündung. Äußerlich angewendet helfen die Blätter des Spitzwegerichs bei Blutergüssen, Prellungen, Verbrennungen und bei Insekten- oder Bienenstichen. Dazu werden die Blätter zerdrückt und auf die Stelle aufgelegt. Verwendet werden die Blätter, Früchte, Samen und Wurzeln. Man kann den Spitzwegerich als Tee, als Tinktur, für einen Umschlag, für Bäder, als Frischsaft oder als Pflanzenbrei anwenden. Die Wirkung des Spitzwegerichs ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt.

 

Ehrenpreis

Der Ehrenpreis sieht aus wie ein harmloses kleines Unkraut, doch mit seinen leuchtend blauen Blüten verlockt er zu einem zweiten Blick, wenn man ihm beim Spaziergang in lichten Wäldern begegnet. Dieser zweite Blick lohnt, denn beim Ehrenpreis handelt es sich um eine sehr vielseitige Heilpflanze. Schon im Mittelalter stand er im hohen Ansehen, was man auch an Namen wie “Allerweltsheil” erkennen kann. Verwendet wird das gesamte Kraut, das während der Blühzeit von Juni bis August gesammelt wird. Ehrenpreis wird bevorzugt als Tee oder Saft verabreicht. In der Naturheilkunde setzt man diese Heilpflanzen zur Appetitanregung, bei Verdauungsbeschwerden und bei Husten ein. Der frische Saft des Ehrenpreises kann den Stoffwechsel verbessern und soll bei Nierenerkrankungen helfen. Ein Ehrenpreistee gilt als harn- und schweißtreibend. Äußerlich angewendet hilft der Ehrenpreis bei Rheuma und allerlei Hautkrankheiten.

 

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