Veröffentlicht von | Kategorie: Winter in Saalbach.

Hoher-Penhab

 

Abschalten, Stille, Anstrengung, Tierspuren im Schnee, unberührte Hänge, Schneehauben auf Zäunen, Überwindung. Wer den Reiz, sich abseits der Pisten zu bewegen, einmal erlebt hat, weiß, warum Skitouren gehen immer beliebter wird.  Keine andere Wintersportart in Österreich hat derart hohe Zuwachsraten wie das Skibergsteigen. Das zeigt sich auch daran, dass mittlerweile mehr Tourenski als Langlaufski verkauft werden.  

Zur Grundausrüstung für Skitouren zählen Ski, Tourenbindungen und Schuhe. Tourengeher, die mit gewissem Ehrgeiz bei der Sache sind, oder vielleicht sogar bei Bewerben wie der „Mountain Attack“ an den Start gehen, legen besonderen Wert auf das Gewicht ihrer Ausrüstung.  

Um sich bei Stürzen bestmöglich zu schützen, sind zusätzlich Helme und Rückenprotektoren absolut wichtig. Der richtige Schutz beugt Verletzungen vor und ist manchmal überlebenswichtig.  Außerdem dürfen eine Lawinensonde, ein Lawinenverschütteten-Suchgerät und eine Lawinenschaufel in keiner Ausrüstung fehlen. Den größtmöglichen Schutz bieten Lawinenairbags. Gerät man in eine Lawine, zieht man am Auslösegriff und die Airbags füllen sich mit Luft. Durch das zusätzliche Volumen und die Auftriebsfläche stabilisiert sich der Körper und der Verschüttete bleibt an der Oberfläche, womit die Überlebenschancen deutlich steigen.  

Um das Risiko so klein als möglich zu halten, gehört die Planung so selbstverständlich zur Skitour wie die Ausrüstung. Bevor man also die Felle aufzieht, sollte die Tour genau vorbereitet werden. Bin ich oder mein Begleiter der Tour gewachsen? Bin ich für diese Tour richtig ausgerüstet? Wichtig ist auch, die Tour so anzulegen, dass man vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Tal oder auf einer Hütte ist. Ebenso müssen unbedingt Informationen über Wetter und Lawinensituation eingeholt werden, denn die Schönheit der winterlichen Berge birgt zugleich auch große Gefahren. Wer sich mit der Lawinenkunde befasst und sich die Informationen zu Herzen nimmt, hat schon viel zu seiner Sicherheit beigetragen. Und wenn Sie erst einmal vom Tourenfieber gepackt wurden, kommen Sie an diesem Thema nicht vorbei. 

10 Empfehlungen des Alpenvereins, damit die Skitour zum Genuss wird  

  1. Gesund in die Berge: Skitouren sind Ausdauersport. Die wertvollen Belastungsreize für Herz und Kreislauf setzen Gesundheit und eine gute Selbsteinschätzung voraus. Vermeiden Sie Zeitdruck und wählen Sie das Tempo so, dass niemand in deiner Gruppe außer Atem kommt. Achten Sie auf Kraftreserven für die Abfahrt.
  2. Sorgfältige Planung: Karten, Führerliteratur, Internet und Experten informieren über Länge der Tour, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Besondere Beachtung verdient der Wetterbericht, da starker Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen.
  3. Lawinenlagebericht studieren: Informieren Sie sich vor Antritt der Tour eingehend über die aktuelle Gefahrenstufe (Europäische Gefahrenskala für Lawinen in 5 Stufen). Achten Sie besonders auf die Angaben zu den Gefahrenstellen (Wo ist es heute gefährlich?) und den Gefahrenquellen (Was ist heute die Hauptgefahr?).
  4. Vollständige Ausrüstung: Passen Sie die Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen an und achten Sie auf ein geringes Rucksackgewicht. Für den Lawinen-Notfall sind LVS-Gerät, Schaufel und Sonde Standard, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen.
  5. Regelmäßig Trinkpausen: Flüssigkeit, Energie und Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und Wärmespender. Leicht Verdauliches, wie Müsliriegel, Trockenobst und Kekse, stillt den kleinen Hunger unterwegs.
  6. Lawinenrisiko abwägen: Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Stützen Sie Ihre Entscheidungen daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung („Stop or Go“) und lernen Sie, Gefahrenzeichen im Gelände zu erkennen.
  7. Abstände einhalten: Entlastungsabstände von 10 m beim Aufstieg in Steilhängen (≥ 30°) reduzieren die Belastung auf die Schneedecke und steigern den Komfort bei Spitzkehren. Halten Sie bei der Abfahrt grundsätzlich Abstände von mindestens 30 m ein und befahren Sie sehr steile Hänge (≥ 35°) einzeln.
  8. Stürze vermeiden: Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste Unfallursache auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeuten sie zudem eine große Zusatzbelastung. Gute Skitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein Skihelm kann vor Kopfverletzungen schützen.
  9. Kleine Gruppen: Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern das Risiko, Lawinen auszulösen. In der Gruppe zusammen bleiben. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen. Daher immer vertraute Personen über Ziel, Route und Rückkehr informieren.
  10. Respekt für die Natur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, Aufforstungsflächen nicht betreten, Schutz- und Sperrgebiete respektieren. Besondere Rücksicht auf Wildtiere im Winter! Zur Anreise Fahrgemeinschaften bilden oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. 

Um Unfälle und Konflikte zu vermeiden, sollten Pistentourengeher neben den FIS-Verhaltensregeln auch folgende Empfehlungen beachten: 

1.   Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.

2.   Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten. Beim Einsatz von Pistengeräten – insbesondere mit Seilwinden – oder bei Lawinensprengungen, etc. kann es zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können daher aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten gesperrt sein.

3.   Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.

4.   Die Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit genügend Abstand zueinander queren.

5.   Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren. Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität stark beeinträchtigen.

6.   Bis 22:30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.

7.   Sichtbar machen. Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.

8.   Bei besonders für Pistentouren gewidmeten Aufstiegsrouten/Pisten nur diese benützen.

9.   Hunde nicht auf Pisten mitnehmen.

10. Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren entrichten 

 

Genussreiche Touren und dass Sie immer gut nach Hause kommen, das wünscht Ihnen das Team des Kristiana-Magazins.

 

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